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Bako-Nationalpark auf Borneo – Paradies für Nasenaffen, Kannenpflanzen und spektakuläre Sandsteinlandschaften

Der Bako-Nationalpark an der Küste von Sarawak gehört zu den faszinierendsten Naturgebieten Malaysias. Obwohl er der älteste Nationalpark Sarawaks ist, beeindruckt er bis heute mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Lebensräumen, Pflanzen und Tieren. Auf vergleichsweise kleiner Fläche vereint Bako tropischen Regenwald, Mangroven, Sandstrände, bizarre Sandsteinformationen und einige der bekanntesten Tier- und Pflanzenarten Borneos.

Von Kuching ist der Bako-Nationalpark in kurzer Zeit zu erreichen. Es geht per Boot über den Bako Fluss in einer etwa halbstündigen Fahrt bis zur Anlegestelle am Strand von Bako, nicht weit vom Headquarter des Parks entfernt.

Der berühmte „Affenfelsen“ am Strand von Bako – eine sehr charakteristische Sandsteinformation

Eindrucksvolle Sandsteinlandschaften

Charakteristisch für den Nationalpark sind die spektakulären Sandsteinformationen entlang der Küste. Über Millionen von Jahren haben Wind, Regen und Gezeiten bizarre Felsen, Steilküsten und markante Felstürme geschaffen. Besonders bekannt sind die von Erosion geformten Sandsteinfelsen, die zu den Wahrzeichen des Parks zählen.

Auf dem Bako Plateau eröffnen sich weite Ausblicke über verwitterte Sandsteinflächen, die von niedriger Vegetation bedeckt sind. Nach einem Regenschauer oder unter dramatischen Wolkenformationen entstehen hier eindrucksvolle Landschaftsszenen, die Fotografen aus aller Welt anziehen. Auch die feinen Muster und Strukturen im Sandstein erzählen von der langen geologischen Geschichte dieser einzigartigen Küstenlandschaft.

Die Heimat der Nasenaffen

Der Bako-Nationalpark gilt als einer der besten Orte weltweit, um den Nasenaffen (Nasalis larvatus) in freier Wildbahn zu beobachten. Diese ausschließlich auf Borneo vorkommende Primatenart ist vor allem durch die auffallend große Nase der Männchen bekannt.

Besonders häufig lassen sich Nasenaffen in den Mangrovenwäldern entlang der Küste beobachten. Oft sitzen sie hoch in den Bäumen und blicken über Strände, Buchten und die charakteristischen Sandsteinfelsen des Nationalparks. Neben den Nasenaffen leben im Park auch Silberlanguren, Langschwanzmakaken, Bartschweine und zahlreiche Vogelarten.

Die faszinierende Welt der Kannenpflanzen

Bako ist ein wahres Paradies für fleischfressende Pflanzen. Mehrere Arten der berühmten Kannenpflanzengattung Nepenthes wachsen hier in ihren natürlichen Lebensräumen. Diese Pflanzen haben sich an die nährstoffarmen Böden angepasst, indem sie Insekten und andere kleine Tiere mit ihren Kannen fangen und verdauen. Ein Hotspot ist das sogenannte Bako Plateau, ein Sandsteinplateau umgeben von niedrigen Bäumen und Sträuchern, die den Nepenthes eine ausgezeichnete Kletterhilfe geben.

Das Bako Plateau

Nepenthes rafflesiana

Zu den häufigsten Arten des Parks gehört Nepenthes rafflesiana. Die Art bildet sowohl bodennahe als auch hochkletternde Kannen aus, die in Form und Farbe stark variieren können. Besonders auffällig sind dunkelrote Bodenkannen einer Variation dieser Art, die zwischen der Vegetation des Regenwaldes hervorstechen.

Nepenthes albomarginata

Die Weißkragen-Kannenpflanze (Nepenthes albomarginata) besitzt einen markanten weißen Ring unterhalb des Kannenrandes. Sie ist für ihre besondere Spezialisierung auf Termiten bekannt und zählt zu den interessantesten Kannenpflanzen Borneos.

Nepenthes ampullaria

Im Gegensatz zu vielen anderen Kannenpflanzen gewinnt Nepenthes ampullaria einen Großteil ihrer Nährstoffe aus herabfallendem Laub. Während der Blütezeit entwickelt sie beeindruckende männliche Blütenstände, die deutlich über die bodennahen Kannen hinausragen. Die Art kommt in verschiedenen Farbvariationen vor, von rein grünen Kannen über gefleckte bis hin zu rot-orangefarbenen.

Üppige Blütenstände von Nepenthes ampullaria

Faszinierende Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren

Der Regenwald von Bako beherbergt zahlreiche ökologische Wechselwirkungen. So können auf Kannenpflanzen regelmäßig Schwarze Trommlerameisen (Polyrhachis pruinosa) beobachtet werden, die sich auf den Kannen von Nepenthes rafflesiana oder Nepenthes albomarginata bewegen.

Ebenso bemerkenswert sind die sogenannten Ameisenpflanzen wie Myrmecodia tuberosa. Diese epiphytischen Pflanzen leben in enger Symbiose mit Ameisen, denen sie Schutz bieten. Im Gegenzug profitieren sie von den Nährstoffen, die die Ameisen eintragen.

Ein Hotspot der Biodiversität

Auf engem Raum vereint der Bako-Nationalpark unterschiedlichste Lebensräume – von Mangrovenwäldern über Küstenvegetation und Sandsteinheiden bis hin zu tropischem Tieflandregenwald. Diese Vielfalt macht den Park zu einem der artenreichsten Gebiete Sarawaks.

Viele Pflanzen- und Tierarten sind endemisch und kommen ausschließlich auf Borneo vor. Damit besitzt der Nationalpark eine herausragende Bedeutung für den Naturschutz und die wissenschaftliche Erforschung tropischer Ökosysteme.

Fazit: Ein Traumziel für Naturfotografen

Ob Nasenaffen in den Mangroven, bizarre Sandsteinformationen unter dramatischem Himmel, seltene Kannenpflanzen oder die faszinierenden Details des Regenwaldes – der Bako-Nationalpark bietet nahezu unerschöpfliche Motive für Natur- und Landschaftsfotografen.

Wer die Vielfalt Borneos auf engem Raum erleben möchte, findet im Bako-Nationalpark eine einzigartige Kombination aus spektakulären Landschaften, außergewöhnlicher Tierwelt und einer der faszinierendsten Pflanzenwelten Südostasiens.